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Auch wenn das selbstgemanagte Team den Kern von Scrum darstellt, so kann man die Agilität einer Organisation nicht an der Anzahl von Teams festmachen, die nach Scrum arbeiten. Evidence-Based Management (EBM) ermöglicht Dir mit Hilfe von klaren Zielen und Metriken, die Kundenzentrierung Deines Unternehmens auf das nächste Level zu heben.

Wie bei Scrum handelt es sich beim Evidence-Based Management um ein Framework. Es bietet Dir also – wie Scrum – lediglich einen Rahmen, den Deine Organisation nutzen kann, Ergebnisse zu verbessern, Risiken zu minimieren und Investitionen zu optimieren. Wenn es stimmt, dass die meisten Organisationen sich in einer komplexen Umgebung befinden, die durch viel Unsicherheit und schnelle Veränderung gekennzeichnet ist, dann besteht die Agilität einer gesamten Organisation darin, schnell und risikoarm hinzuzulernen, wie (und wo) sie neuen Nutzen für Kunden stiften kann.

Die vier Key Value Areas des Evidence-Based Managements

Evidence-Based Management unterstützt in mehrfacher Hinsicht. Dazu bietet es Dir Metriken für vier wichtige Key Value Areas:

  • Erstens hilft Evidence-Based Management Deiner Organisation dabei zu verstehen, welchen aktuellen Nutzen ihre Produkte bereits stiften.

  • Zweitens macht es jedoch auch messbar, welchen potenziellen Nutzen Dein Unternehmen noch stiften könnte. (Sofern es wüsste, was Kunden aktuell fehlt.)

  • Drittens misst das EBM-Framework, wie es um die Effektivität Deiner Organisation bestellt ist, Nutzen zu stiften.

  • Und nicht zuletzt macht Evidence-Based Management die Geschwindigkeit Deiner Organisation sichtbar, neuen Nutzen auch bis zum Kunden zu bringen.

Evidence-Based Management fokussiert sich auf Outcome

Das EBM-Framework fokussiert sich nicht auf Activities oder den Output Deiner Organisation, sondern auf das Outcome für Deine Kunden und Nutzer. Wenn ein Team Überstunden macht (Activity), um eine neue Funktion (Output) rechtzeitig fertigzustellen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass diese Funktion auch einen Mehrwert für Deine Kunden darstellt (Outcome).

Falls sich die Marktbedingungen für Deine Organisation permanent ändern, muss sie schnell verstehen können, wie sie das, was sie ihren Nutzern anbietet, verbessern und verändern kann, um weiterhin bestehen zu können. Oder wie ich im Artikel Was ist ein Key Value Indicator? bereits schrieb:

Nokia hat als Handy-Hersteller nicht den Anschluss verloren, weil das Unternehmen zu wenig Handys hergestellt hat oder weil Menschen aufgehört haben, Handys zu nutzen.

Mögliche Metriken im Evidence-Based Management Framework

Damit Deine Organisation alle vier Key Value Areas (KVA) ausreichend berücksichtigt, muss jede davon so objektiv wie möglich gemessen werden. Denn nur so lässt sich ermitteln, ob der Aufwand, den Deine Organisation täglich betreibt, auch wirklich etwas verändert.

Da es sich beim Evidence-Based Management wie erwähnt um ein Framework handelt, gibt es diese Metriken nicht vor, sondern ermöglicht es jeder Organisation, die für sie passenden Metriken selbst zu entwickeln oder auszuwählen. (Viele davon sind nicht einmal vollkommen neu. Neu ist lediglich die Zuordnung dieser Metriken zu einer Key Value Area, um ermitteln zu können, ob tatsächlich alle relevanten Bereiche ausreichend berücksichtigt werden.)

Damit Du einen ersten Einblick in mögliche Metriken erhältst, habe ich Dir hierzu einige Metriken zusammengestellt.

Unrealized Value Metriken

Current Value Metriken

  • Customer Usage Index

  • Kundenzufriedenheit
  • Mitarbeiterzufriedenheit

Ability to Innovate Metriken

  • Innovation Rate

  • On Product Index

  • Technische Schuld

Time to Market Metriken

Anwendungsfälle für das Evidence-Based Management Framework

Die Anwendungsgebiete des EBM-Frameworks sind vielfältig. Ein erster Schritt ist sicherlich die Ermöglichung von Messbarkeit in allen vier Key Value Areas, um die eigenen blinden Flecken zu erkennen. Die meisten Organisationen haben lediglich einen extrem starken Fokus auf Output und Geschwindigkeit. Gemessen wir meist sehr viel, leider auch oft das Falsche. Viele der KVA-Metriken bieten sich außerdem hervorragend als Key Result für OKR an.

Auch die Kombination von zwei verschiedenen Key Value Areas, um bestimmte unternehmerische Fragen beantworten zu können, ist ein spannender Anwendungsfall. Falls Deine Organisation beispielsweise sehr häufig neue Releases zum Kunden bringt (geringe T2M), aber hinter der Konkurrenz innerhalb ihres Marktes zurückbleibt, dann solltest Du sowohl Metriken aus dem Bereich Unrealized Value als auch Ability to Innovate zu Rate ziehen, um eine Lösung zu finden.