0 0 Votes
Artikel-Rating

Buy a Feature ist eines der Innovation Games, die von Luke Hohmann entwickelt wurden. Dieser Workshop gehört zu den sogenannten Discovery Tests, weil er Dich dabei unterstützt mehr über die Bedarfe, Wünsche und Probleme Deiner Kunden und Nutzer zu erfahren.

Wie der Name des Workshops bereits impliziert, geht es bei diesem Spiel darum, dass Kunden (mit Spielgeld) Features “kaufen” können. Dadurch erkennst Du als Product Owner, welche Features Deinen Kunden wirklich etwas wert sind (und welche nicht).

Zuverlässigkeit
Zeitaufwand (60 Minuten)
Vorbereitung
Kosten

Wie funktioniert der Buy-a-Feature-Workshop?

Aus datenschutzrechlichen Gründen benötigt Vimeo Ihre Einwilligung um geladen zu werden. Mehr Informationen finden Sie unter Datenschutz-Erklärung.
Akzeptieren

Chancen

Risiken

  • Weil es sich bei Buy a Feature um eine Laborumgebung handelt, solltest Du die Aussagen Deiner Kunden nicht überbewerten.

  • Du hast wichtige Features nicht bedacht und diese befinden sich nicht auf Deiner Liste. Was Du Deinen Kunden jedoch nicht vorgibst, können diese im Workshop auch nicht auswählen bzw. kaufen.

Testbereich

BMC Icon Desirability Viability
VPC Icon

Ablauf des Buy-a-Feature-Workshops

Erstelle zunächst eine Liste potenzieller Features Deines Produktes und ordne jedem dieser Features einen Kaufpreis zu. Den Preis kannst Du nach eigenem Ermessen festlegen. Er kann auf den realen Kosten basieren, die Du (wahrscheinlich) haben wirst, wenn Du das Feature tatsächlich entwickelst oder auch deutlich sein, wenn Du der Meinung bist, dass dieses Feature viel Nutzen für Dein Customer Segment erzeugen kann.

Verteile nun an Deine eingeladenen Workshopteilnehmer Spielgeld, mit dem jeder von ihnen diejenigen Features kaufen kann, die ihm am meisten zusagen. Wenn der von Dir zuvor festgelegte Kaufpreis für ein Feature erreicht ist, gilt das Feature als “gekauft”.

Um mehr über die Beweggründe zu erfahren, warum bestimmte Features gekauft werden (und andere nicht), sollte ein Großteil der von Dir präsentierten Features einen Kaufpreis haben, der höher liegt als das individuelle Budget eines einzelnen Spielers. (Wenn also etwa jeder Teilnehmer 10 € erhält, sollte der Kaufpreis für die meisten Features höher liegen als dieser Betrag.)

Animiere die Spieler von Buy a Feature dazu, miteinander zu verhandeln, welche Features gekauft werden sollen und welche nicht.

Während des Spiels beobachtest Du Deine Kunden dabei, welche Argumente und Gründe sie für den gemeinsamen Kauf von bestimmten Features anführen. Die Diskussionen und Debatten über zu kaufende Features, die nicht mit dem individuellen Budget zu haben sind, geben Dir tiefe Einblicke darüber, warum Deine Kunden bestimmte Features unbedingt haben wollen.

Sobald das komplette Budget der Spielergruppe vergeben wurde, solltest Du abschließend eine Feedbackrunde durchführen, in der jeder Teilnehmer noch einmal dargelegt, warum bestimmte Features wichtiger für ihn waren als andere. Durch die richtigen Fragen kannst Du außerdem herausfinden, welche Jobs to Be Done Deine Kunden mit dem Feature erledigen möchten und welcher Bedarf dahintersteckt bzw. wie dringend dieser ist. Eventuell kannst Du so weitere Möglichkeiten entdecken, mit denen Du diesen Bedarf bedienen kannst und völlig neue Features entwickeln.

Was findest Du mit Buy a Feature heraus?

Mit Buy a Feature findest Du mehr über die Jobs, Pains & Gains Deiner Kunde heraus und bist somit in der Lage, ein besseres Verständnis für deren Bedarfe zu entwickeln. Mit diesen neuen Informationen kannst Du Dein Value Proposition Canvas aktualisieren.

Wenn Du die investierten Summen der Kunden für jedes Feature addierst, kannst Du erkennen, welche davonfür Deine Kunden am wertvollsten sind und so besser einschätzen, wie Du mehr Wert für sie schaffen kannst.

Tatsächlich sind die gekauften Features dieses Workshops gar nicht die spannendsten Erkenntnisse. Viel erhellender sind die Argumente, die während der gemeinsamen Diskussion untereinander ausgetauscht werden.

Was solltest Du vor Deinem Workshop erledigen?

Bevor Du Deine Kunden zu einem Buy-a-Feature-Workshop einlädst, musst Du natürlich eine Liste potenzieller Features besitzen.

Hierzu kannst Du Dir Feedback vom Vertrieb und der Kundenbetreuung Deiner Organisation einholen. Auch vorab durchgeführte Kundeninterviews oder Umfragen in Deinem Customer Segment sind geeignet, um Input für mögliche Features zu liefern.

Was kannst Du nach Deinem Buy-a-Feature-Workshop tun?

Bevor Du daran gehst, die gekauften Features direkt umzusetzen, solltest Du in jedem Fall weitere Experimente durchführen, um die Erkenntnisse aus dem Buy-a-Feature-Workshop zu bestätigen oder zu widerlegen. Beispielsweise kannst Du Clickdummies, Mockups, Feature Stubs oder einen Papierprototypen einsetzen, um zu erfahren, ob die Erkenntnisse wirklich der Wahrheit entsprechen.