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Nicht immer ist es möglich oder wünschenswert den Profit (ausschließlich) mit Hilfe Deines Hauptproduktes oder -services zu generieren. Beim Add-on-Geschäftsmodell verschiebst Du die Ertragsmechanik auf zusätzliche Funktionen oder Dienstleistungen, die es Dir ermöglichen, Neukunden das Einstiegsprodukt besonders preiswert anzubieten.

Grundidee des Add-on-Geschäftsmodells

Durch das Add-on-Geschäftsmodell verlagerst Du Deine Ertragsmechanik vom eigentlichen Produkt auf die von Dir angebotenen Zusatzfunktionen oder -services.

Besonderheiten des Add-on-Geschäftsmodells

Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Anwendungsfelder für das Add-on-Geschäftsmodell. Der erste Ansatz lohnt sich immer dann, wenn Du Dich in einem sehr umkämpften Markt befindest. Denn wenn viele Unternehmen ähnliche Lösungen anbieten, wird es für Dich schwer, Dich bei Deinen Kunden als Qualitätsführer durchzusetzen. Deshalb bietest Du Dein eigentliches Produkt extrem viel günstiger an (oder sogar kostenlos) und erzeugst den Profit durch zusätzliche Add-ons. Auf diese Weise kannst Du sehr viel leichter Neukunden gewinnen als Deine Wettbwerber.

Beim zweiten Ansatz des Add-on-Modells ermöglichst Du Deinen Kunden, ihr Produkt durch zusätzliche Funktionen stark zu konfigurieren und damit den finalen Preis steuern zu können. Dieses Modell ist beispielsweise in der Autoindustrie sehr weit verbreitet. Während das Grundmodell einen niedrigen Preis hat, können Käufer Extras hinzufügen und so das Auto erhalten, das am besten zu ihnen passt.

  • Damit das Add-on-Geschäftsmodell wirklich funktioniert, ist es sehr wichtig, dass Du es Wettbewerbern durch Patente oder technische Restriktionen unmöglich machst, ebenfalls Add-ons für Deine Produkte anzubieten.

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Instant Ink als Beispiel für das Add-on-Geschäftsmodell

Auch wenn heutzutage nicht mehr so viel gedruckt werden muss, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war, gibt es durchaus immer noch eine große Anzahl an Menschen, die regelmäßig Dokumente ausdrucken möchten.

Ein häufiges Problem dabei ist ein leerer Füllstand und fehlende Nachfülltinte. Ganz besonders ärgerlich ist das dann, wenn gerade dringend gedruckt werden soll.

Der Hersteller Hewlett-Packard bietet deshalb mit Instant Ink einen Add-on-Service an, bei dem der Füllstand des Druckers regelmäßig überprüft wird und automatisch Nachfülltinte an den Kunden geliefert wird, wenn dieser zu niedrig ist.

Auf diese Weise brauchen sich Kunden von Instant Ink keine Gedanken mehr darüber machen, ob sie noch Nachfüllpatronen zu Hause haben.

Addon-Geschäftsmodell Instant Ink von hp

Darüber hinaus wird mit jeder Lieferung neuer Tinte eine Verstandtasche mitgeliefert, mit dem leere Tintenpatronen kostenlos zurückgeschickt werden können, um sie umweltfreundlich zu recyceln.

Damit das Add-on-Modell reibungslos funktioniert, bietet hp diesen Service als Abonnement an. Nutzer von Instant Ink kaufen so gesehen keine Tinte mehr, sondern zahlen einen regelmäßigen Beitrag, für den sie eine gewissen Anzahl an Seiten pro Monat drucken können. (Nicht genutzte Seiten werden dabei in den Folgemonat übertragen, falls einmal weniger gedruckt wird.)

Das Add-on-Geschäftsmodell auf dem Business Model Canvas

Auf dem Business Model Canvas lässt sich das Add-on-Geschäftsmodell von Instant Ink folgendermaßen visualisieren:

Business-Model-Canvas-Hotspot-Image.png
hp Instant Ink
Direktvertrieb
Menschen, die drucken müssen
Abonnement
Lock-in durch Patente
Business-Model-Canvas-Hotspot-Image.png
hp Instant Ink
Direktvertrieb
Menschen, die drucken müssen
Abonnement
Lock-in durch Patente

Weitere Beispiele für Add-on-Geschäftsmodelle

Neben Instant Ink gibt es natürlich noch viele weitere Beispiele für das Add-on-Geschäftsmodell. Die Blog-Software WordPress etwa wird komplett kostenlos angeboten, während sich um diese Software herum zahlreiche Anbieter versammelt haben, die kostenlose & kostenpflichtige Zusatzfunktionen dafür anbieten. Außerdem bietet WordPress selbst verschiedene Hostingtarife und Add-ons für die eigene Software an.

Ein weiteres Beispiel für das Add-on-Modell sind Nespresso-Kaffeemaschinen. Die eigentliche Ertragsmechanik dieses Geschäftsmodells entsteht durch den Verkauf der zu den Maschinen passenden Nespresso-Kapseln. Besonders interessant daran ist, dass Nespresso gleichzeitig durch die verwendete Technik und Patente vom Lock-in-Effekt profitiert.

Fazit

Add-ons sind in besonders umkämpften Märkten ein lukratives Geschäftsmodell und helfen Dir dabei, Dein Hauptprodukt kostengünstiger anzubieten als Deine Wettbewerber. Damit Deine Add-ons auch gekauft werden, ist es jedoch wichtig, dass Du potenzielle Wettbewerber durch Patente oder technische Schranken „aussperrst“. Denn nur so kannst Du vermeiden, dass Billiganbieter die gleichen Add-ons noch kostengünstiger anbieten als Du selbst.

Wenn Du Feedback, Anregungen oder Kritik zu diesem Artikel hast, freue ich mich wie immer über einen Kommentar von Dir unten auf dieser Seite. Falls Du Dich ausführlicher zum Add-on-Modell austauschen möchtest, kannst Du auch ein neues Thema im Forum zu Geschäftsmodellen starten.